Workshop 7

7. Finanzkrise, Staatsverschuldung und Sozialabbau:
Ein anderes Banken- und Finanzsystem ist nötig!

Referent: Joachim Bischoff (Ökonom, Sozialwissenschaftler, Autor, Mitgl. der Hamburger Bürgerschaft (DIE LINKE))
Moderation: Waltraud Waidelich, Dipl. Sozial-Ökonomin, Nordelbisches Frauenwerk und Andreas Meyer Dipl. Sozialwirt, Attac-Kiel
Veranstalter: Attac-Kiel und Nordelbisches Frauenwerk

Nachmittags von 14.30 – 17.30 Uhr (geändert!!)

Nachdem die Staaten die Banken infolge der Lehmann-Pleite vor dem Zusammenbruch gerettet hatten, stiegen die Staatschulden. Die Kreditwürdigkeit der Staaten verschlechterte sich. Damit wurde es für die Länder teurer neues Geld am Markt zu bekommen. Die Schulden vermehrten sich durch die hohen Zinsen abermals exorbitant. In der Politik und den Medien dominiert aber die Sichtweise, die verschuldeten Länder hätten über ihre Verhältnisse gelebt. Die Situation wird politisch genutzt, um den verschuldeten Staaten drastische Sparprogramme aufzubürden. Sozialabbau, Kürzungen von Löhnen und Gehältern, Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen und Gemeingütern sind die Folge. Von den überhöhten Zinsen profitieren u.a. Banken, die zuvor von den Staaten gerettet wurden und beim Ausverkauf des „Tafelsilbers“ machen internationale Investoren ihre profitablen Schnäppchen.

Wie kommt es, dass Spekulanten und Finanzakteure demokratische Staaten vor sich hertreiben können? Wie können die demokratisch verfassten Staaten Europas ihre Souveränität wieder zurückgewinnen? Lässt sich der Zusammenbruch des Euro und des Finanzsystems abwenden oder würde ein Ende mit Schrecken, dem Schrecken der Finanzmärkte endlich ein Ende bereiten? Wie müsste in Umrissen ein Banken- und Finanzsystem aussehen, das demokratischen und sozialstaatlichen Ansprüchen gerecht würde?

Der Workshop beschäftigt sich in einem ersten Teil mit der Analyse der Finanzkrise und ihrer Auswirkung auf die Staatsverschuldungen  und die “Krisenpolitik“ in den Ländern der Europäischen Union. In einem zweiten Teil wird der Frage nachgegangen, wie ein Banken- und Finanzsystem aussehen müsste, das demokratisch kontrolliert und am Gemeinwohl ausgerichtet ist.