Workshop 5

5. Festung Europa: Grenzregime im Zeichen des Freihandels

Referent: Martin Link vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
Moderation: Markus Saxinger (Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.)

Vormittags: 10.00 – 13.00 Uhr

Wie passt das zusammen? Alle Welt redet von Globalisierung und die Regierungen insbesondere der Industriestaaten preisen die Vorzüge des freien Handels. In Europa gilt die Reisefreiheit für Waren und Dienstleistungen – doch nicht für Personen außerhalb Europas. Seit innerhalb des europäischen Schengen-Raumes für EU-Bürgerinnen und Bürger keine Grenzbürokratien mehr herrschen, wurden die EU-Außengrenzen für viele, die vor Verfolgung, Krieg und Hunger flüchten, zur kaum überwindlichen, an Opfern reichen Hürde. Immer wieder werden wir mit den Schreckensmeldungen gekenterter Flüchtlingsboote im Mittelmeer, über Internierungslager in nordafrikanischen und südeuropäischen Staaten und über rechtswidrige Abschiebungen konfrontiert.
In diesem Workshop wollen wir Gründe benennen, warum es zu so vielen Opfern kommt und welche Gefahren und Erniedrigungen Flüchtlinge auf sich nehmen müssen. Zum besseren Verständnis sollen Einblicke in die Asylpraxis in Griechenland, in die Rolle der Europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX dienen. Dass Europa nicht nur an den Außengrenzen dicht macht, soll das innereuropäische Rückübernahmeabkommen Dublin II mit beispielhaftem Blick auf seine Konsequenzen für Transitflüchtlinge in Schleswig-Holstein zeigen.
Ziel dieses Workshops ist es, die Menschenrechtslage nicht nur theoretisch zu erörtern, sondern auch Möglichkeiten konkreter Solidarität mit Flüchtlingen aufzuzeigen.